Bis zu 80.000 Plätze: Eintracht Frankfurt prüft Ausbau vom Waldstadion

Das Frankfurter Waldstadion könnte in den kommenden Jahren noch einmal deutlich wachsen. Eintracht Frankfurt beschäftigt sich konkret mit einem grundlegenden Umbau oder einer Erweiterung der Heimspielstätte. Im Raum steht eine Kapazität von bis zu 80.000 Zuschauern.
Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann hat am Rande des Heimspiels gegen den FC Augsburg erstmals nähere Einblicke in die Überlegungen gegeben. Aktuell werden demnach zwei grundsätzliche Varianten untersucht. „Wir prüfen gerade, ob wir einen dritten Ring draufmachen können oder neu bauen müssen“, erklärte Hellmann.
Dritter Rang oder schrittweiser Neubau des Waldstadions
Eine Möglichkeit wäre demnach, das bestehende Waldstadion sukzessive zurück- und neu aufzubauen. Der Spielbetrieb könnte dabei grundsätzlich weiterlaufen – ähnlich wie beim letzten großen Umbau vor der Weltmeisterschaft 2006.
Die zweite Variante wäre eine massive Erweiterung des bestehenden Stadions. Auf die bisherigen Ränge könnte ein zusätzlicher dritter Ring gesetzt werden. Damit würde das Waldstadion künftig über drei statt bislang zwei Ränge verfügen.
Welche Variante technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist, soll eine bereits beauftragte Machbarkeitsstudie zeigen. Nach Angaben Hellmanns werden die Untersuchungen noch rund sechs Monate dauern. Anschließend soll entschieden werden, welchen Weg Eintracht einschlägt.
Bis zu 80.000 Zuschauer im Waldstadion
Fest steht bereits: Ein Umzug ist nicht vorgesehen. Das Waldstadion soll an seinem traditionellen Standort im Frankfurter Stadtwald bleiben.
Die Dimensionen der Überlegungen sind dennoch gewaltig. Erst in diesem Sommer wurde die Kapazität auf 60.100 Zuschauer erhöht. Bei einem weiteren Ausbau könnten perspektivisch sogar bis zu 80.000 Menschen Platz finden.
Angesichts der enormen Nachfrage nach Eintrittskarten wäre eine zusätzliche Kapazität für viele Eintracht-Fans grundsätzlich eine gute Nachricht. Der Heimbereich ist regelmäßig ausverkauft.
Entscheidend wird aus Fansicht allerdings nicht allein sein, wie viele zusätzliche Plätze entstehen, sondern welche Plätze geschaffen werden und wie sich ein derart großer Umbau auf die bestehende Kurvenstruktur auswirkt.
Stimmung soll bei der Planung ausdrücklich berücksichtigt werden
Gerade für die Nordwestkurve dürfte deshalb ein anderer Punkt von besonderer Bedeutung sein. Hellmann nennt die Atmosphäre ausdrücklich als einen der Grundsätze für die weitere Stadionplanung. Das Waldstadion soll demnach auch nach einem möglichen Ausbau durch seine Stimmung bestechen und entsprechend konzipiert werden.
Das ist bei einer möglichen Erweiterung auf 80.000 Plätze keineswegs nebensächlich. Architektur, Entfernung zum Spielfeld, Dachkonstruktion, Rangaufteilung und die Größe zusammenhängender Fanbereiche können erheblichen Einfluss darauf haben, wie sich Stimmung innerhalb eines Stadions entwickelt.
Die Nordwestkurve bildet dabei das atmosphärische Zentrum des Waldstadions. Sollte Eintracht tatsächlich einen dritten Rang errichten oder bestehende Tribünen grundlegend neu bauen, wird deshalb insbesondere interessant sein, welche Auswirkungen die Planungen auf die Kurve und ihre heutige Struktur haben. Konkrete Details dazu gibt es bislang nicht.
Eintrittspreisstruktur soll erhalten bleiben
Eine weitere Zusage Hellmanns dürfte für Eintracht-Fans mindestens ebenso relevant sein: Die bisherige Struktur der Eintrittspreise soll auch in einem vergrößerten oder neu aufgebauten Waldstadion erhalten bleiben.
Gerade bei modernen Stadionprojekten ist die Frage entscheidend, ob zusätzliche Kapazitäten tatsächlich mehr Menschen Zugang zum Fußball ermöglichen oder vor allem neue hochpreisige Hospitality- und Vermarktungsflächen entstehen.
Sollte Frankfurt tatsächlich in Richtung 80.000 Zuschauer wachsen, wird deshalb genau zu beobachten sein, wie viele zusätzliche reguläre und bezahlbare Plätze geschaffen werden und welchen Raum die Nordwestkurve künftig erhält.
Umsetzung wohl erst in zehn bis zwölf Jahren
Kurzfristig wird sich am Waldstadion allerdings nichts Grundlegendes verändern. Hellmann spricht von einem langfristigen Projekt. „Unsere Aufgabe ist, das jetzt zu planen, damit es in zehn, zwölf Jahren fertig ist“, erklärte der Vorstandssprecher. Damit befindet sich das Projekt noch ganz am Anfang. Zunächst muss die Machbarkeitsstudie zeigen, ob eine Erweiterung um einen dritten Rang überhaupt realistisch ist oder ob ein schrittweiser Neubau die bessere Lösung darstellt.
Aus Fansicht werden anschließend vor allem drei Fragen interessant: Wie entwickelt sich die Nordwestkurve? Wie viele zusätzliche bezahlbare Plätze entstehen? Und gelingt es, das Waldstadion trotz einer möglichen Dimension von 80.000 Zuschauern als enges und stimmungsvolles Fußballstadion weiterzuentwickeln?
Die Ankündigung, Atmosphäre und bestehende Preisstruktur ausdrücklich in die Planungen einzubeziehen, ist dafür zumindest ein wichtiges Signal.

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