Straßenbahn-Derby: Die Fanszenen von Fortuna Düsseldorf und MSV Duisburg rüsten sich

Nach mehr als acht Jahren treffen Fortuna Düsseldorf und der MSV Duisburg wieder in einem Pflichtspiel aufeinander. Am Samstag um 14 Uhr steigt das sogenannte Straßenbahn-Derby – und schon vor dem Spiel deutet vieles darauf hin, dass sich eines der größten Fan-Duelle dieser Drittliga-Saison entwickelt.
Mehr als 10.000 Duisburger werden in Düsseldorf erwartet, der Gästebereich wurde deutlich erweitert. Beide Fanszenen haben eigene Aufrufe veröffentlicht, die Duisburger organisieren einen zusätzlichen Stimmungsblock im Oberrang und für die Anreise wird ein umfangreiches Shuttle-Konzept eingerichtet. Auch die Polizei stellt sich auf einen entsprechend großen Einsatz ein.
Fortuna Düsseldorf: Treffpunkt am Freiligrathplatz
Die Düsseldorfer Fanszene sammelt sich lange vor dem Anpfiff. Ultras Düsseldorf rufen für 10:30 Uhr zum Treffpunkt am Freiligrathplatz auf. Von dort soll es gemeinsam zum Heimspiel gegen Duisburg gehen.
Der Freiligrathplatz liegt im Stadtteil Stockum unmittelbar im Umfeld des Rheinstadions und Messe und ist seit Jahren ein klassischer Fortuna-Treffpunkt. Noch bemerkenswerter ist allerdings seine Verkehrslage: Am Freiligrathplatz hält die U79 – also genau jene Stadtbahnlinie, die Düsseldorf mit Duisburg verbindet und dem Straßenbahn-Derby seinen Namen gegeben hat. Von dort fährt außerdem die U78 innerhalb weniger Minuten weiter zum Stadion.
Eine direkte Überschneidung der organisierten Fanszenen lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil: Für die große Zahl Duisburger Anhänger ist ein eigenes Anreisekonzept vorgesehen, das sie teilweise bereits vor dem Freiligrathplatz aus dem normalen Verkehrsfluss herausnimmt.
Neben dem Treffpunkt kündigt Ultras Düsseldorf für Samstag auch ein neues Trikot am eigenen Stand an. Es kostet 40 Euro, ein Teil der Einnahmen soll direkt an das Nachwuchsleistungszentrum der Fortuna gehen.
MSV Duisburg: Stimmungsblock wird bis in den Oberrang erweitert
Auch auf Duisburger Seite wird die außergewöhnliche Dimension des Auswärtsspiels sichtbar. Die Kohorte Duisburg hat für Düsseldorf einen „Stimmungsblock im Oberrang“ angekündigt. Auf der dazu veröffentlichten Grafik ist ein großer zusammenhängender Bereich des Oberrangs markiert.
Das passt zur enormen Nachfrage. Bereits das erste Duisburger Kontingent von 7.941 Eintrittskarten war innerhalb von nur 90 Minuten vergriffen. Anschließend wurden weitere Bereiche freigegeben. Inzwischen werden in Düsseldorf weit mehr als 10.000 Anhänger des MSV erwartet.
Fortuna bestätigt zudem, dass der eigentliche Gästebereich erheblich erweitert wurde. Für Duisburger stehen zusätzlich die Blöcke 15 bis 18 sowie 119 bis 124 zur Verfügung. Damit bekommt auch der Aufruf der Kohorte zusätzliches Gewicht: Der organisierte Duisburger Support soll trotz der Verteilung der Anhänger über einen außergewöhnlich großen Gästebereich möglichst zusammengehalten werden.
MSV-Fans werden über Wittlaer und Flughafen zum Stadion gebracht
Besonders interessant ist das Verkehrskonzept. Für MSV-Fans setzt die Duisburger Verkehrsgesellschaft am Samstag eigene Shuttlebusse ein. Von Düsseldorf-Wittlaer fahren die Busse zwischen 10 und etwa 12:30 Uhr ohne Zwischenhalt zum Stadion. Ein zweiter Shuttle startet im gleichen Zeitraum am Düsseldorfer Flughafen-Bahnhof. Nach dem Spiel fahren Shuttlebusse wieder zurück zum Flughafen.
Fortuna weist ebenfalls ausdrücklich darauf hin, dass für Gästefans Shuttlebusse vom Flughafen-Fernbahnhof bereitstehen. Gleichzeitig gelten rund um den Gästebereich besondere Wegeführungen: Der sogenannte Löwengang kann vor dem Spiel nur in Richtung Gästeblock benutzt werden und wird nach Abpfiff komplett geschlossen.
Das ist auch mit Blick auf den Düsseldorfer Treffpunkt relevant. Denn statt die große Masse der Duisburger einfach über die U79 bis zum Freiligrathplatz fahren zu lassen, stehen mit Wittlaer und Flughafen zwei vorgelagerte beziehungsweise separate Umstiegspunkte zur Verfügung.
Polizei erwartet Großeinsatz
Die Sicherheitsbehörden rechnen entsprechend mit einem aufwendigen Samstag. Rund 50.000 Zuschauer werden erwartet, davon mehr als 10.000 aus Duisburg. Der WDR berichtet unter Berufung auf die Düsseldorfer Polizei von einer entsprechend hohen Polizeipräsenz.
Eine belastbare Zahl der eingesetzten Beamten hat die Polizei bislang allerdings nicht öffentlich genannt. Auch darüber, ob und in welchem Umfang Bereitschaftspolizei aus anderen Polizeibehörden oder Bundesländern hinzugezogen wird, liegen derzeit keine belastbaren öffentlichen Angaben vor.
Zusätzlich erschwert wird die Lage am Samstag dadurch, dass in Düsseldorf gleichzeitig mehrere größere Demonstrationen stattfinden. Die Polizei rechnet deshalb sowohl im Düsseldorfer Norden rund um das Stadion als auch in der Innenstadt mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen und empfiehlt die Nutzung des ÖPNV.
Warum eigentlich Straßenbahn-Derby?
Der Name des Duells ist dabei ungewöhnlich passend. Düsseldorf und Duisburg sind durch die U79 direkt miteinander verbunden. Die Linie fährt vom Düsseldorfer Stadtgebiet über Kaiserswerth und Wittlaer weiter nach Duisburg.
Und genau diese Verbindung spielt auch am Samstag wieder eine Rolle: Am Freiligrathplatz, dem Treffpunkt der Düsseldorfer Fanszene, hält die U79. Weiter nördlich liegt Wittlaer, wo Duisburger auf Shuttlebusse zum Stadion umsteigen können.
Die Straßenbahn ist damit nicht nur Namensgeber des Derbys, sondern auch Teil der Infrastruktur, über die am Samstag zehntausende Fans rund um das Spiel bewegt und voneinander getrennt werden müssen.
Nach mehr als acht Jahren bekommt das Straßenbahn-Derby damit endlich wieder eine neue Ausgabe – mit einem riesigen Duisburger Gästebereich, zwei mobilisierenden Fanszenen und einem Spieltag, der schon lange vor dem Anpfiff begonnen hat.






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