Neue Zaunfahnen in Hamburg und Freiburg: Das ändert sich
Aktualisiert: vor 3 Tagen

Mit Beginn der Saison 2026/27 hat sich das Bild zweier großer Fankurven sichtbar verändert. Auf der Nordtribüne des Hamburger SV wurden die Standorte mehrerer Ultràgruppen neu geordnet, verbunden mit einem zusätzlichen Vorsängerpodest, welches bereits in der Vorsaison installiert wurde und einer neuen Verteilung des aktiven Kerns. Beim SC Freiburg wiederum hängen mehrere neue beziehungsweise veränderte Zaunfahnen im Mooswaldstadion. Ein Blick auf die veränderten Zaunfahnen in Hamburg und Freiburg.
Nordtribüne Hamburg: Aktiver Kern wird neu geordnet
Beim HSV ist das neue Zaunfahnenbild Teil einer größeren Veränderung. Die aktive Fanszene hat die Positionierung mehrerer Gruppen im A-Rang der Nordtribüne zur neuen Saison bewusst neu geordnet.
Die Clique du Nord kehrt dabei an ihren ursprünglichen Standort in Block 25A zurück. Vom Spielfeld aus betrachtet steht die Gruppe rechts neben der Treppe und damit am neuen Vorsängerpodest. Auch die Castaways bleiben in Block 25A, verändern dort allerdings ihre Position. Die Gruppe rückt weiter nach oben und verbreitert ihren Bereich.
Forza Hamburg wechselt dagegen auf die andere Seite des neuen Vorsängerpodests und steht nun in Block 26A. Die Banda Caotica bleibt weiterhin unmittelbar neben Forza Hamburg, ihr Bereich erstreckt sich durch die Veränderungen nun allerdings bis in Block 27A.
Hinter der Neuordnung steckt mehr als ein bloßer Tausch von Gruppenplätzen. In den vergangenen Jahren hatte sich der aktive Bereich der Nordtribüne zunehmend nach oben entwickelt. Nun soll die Entwicklung stärker in die Breite gehen. Die neue Anordnung soll insbesondere die optischen Möglichkeiten verbessern und gleichzeitig dabei helfen, weitere Bereiche des A-Rangs stärker in den Support einzubeziehen.
Unterstützt werden soll das durch das zusätzliche Vorsängerpodest und eine angepasste Beschallung. Die Nordtribüne soll dadurch über ihre gesamte Breite besser erreicht werden.
Neue Castaways-Zaunfahne
Mit den neuen Positionen hat sich auch die Front der Nordtribüne verändert. Besonders auffällig ist dabei die neue Zaunfahne der Castaways. Die bisherige Fahne wurde durch ein neues Motiv ersetzt, dessen Zentrum die bekannte Möwe bildet, die von den Buchstaben "ULT" und "RAS" eingerahmt wird.

Die Neuordnung lässt sich damit schon beim Blick auf die Nordtribüne erkennen: Clique du Nord, Castaways, Forza Hamburg und Banda Caotica verteilen sich anders über den unteren Bereich als zuvor. Die neue Saison beginnt beim HSV somit auch mit einer veränderten Gruppenstruktur im sichtbaren Zentrum der Nordtribüne.
Ein ähnlicher Weg wie in der Südkurve München
Die Idee, den aktiven Kern nicht immer weiter zu verdichten, sondern über eine größere Breite der Kurve zu verteilen, erinnert an die Entwicklung der Südkurve München in den vergangenen beiden Jahren.

Bereits im Sommer 2024 ordnete die Münchner Fanszene die Standorte mehrerer Gruppen neu. Ausgangspunkt war dort ebenfalls die Einschätzung, dass es insbesondere in den unteren Bereichen des bisherigen Stimmungszentrums zunehmend eng geworden war und das vorhandene Potenzial der gesamten Südkurve nicht ausgeschöpft wurde.
Unter dem erstmals 2013 formulierten Leitgedanken einer „lautstarken Südkurve von Eckfahne zu Eckfahne“ wurden die Gruppen deshalb stärker über die Breite verteilt. Munich’s Red Pride rückte in Richtung Block 115, alarMstufe rot und Munich Rebels verbreiterten ihre Standorte in Block 114, die Schickeria sortierte sich in den zentralen Blöcken 112 und 113 neu und Red Fanatic München wechselte in Block 111. Gleichzeitig wurden zusätzliche Vorsängerpositionen geschaffen.
Ein Jahr später folgte der nächste Schritt. Zum ersten Heimspiel der Saison 2025/26 erklärte die Südkurve ihr lange formuliertes Ziel schließlich für erreicht: Der aktive Bereich sollte nun tatsächlich von einer Eckfahne bis zur anderen reichen.
Dafür wechselte Colegio aus dem unteren Bereich von Block 113 bis nach Block 110 in Richtung Haupttribüne. Red Fanatic München weitete seinen Standort über Block 111 aus, während auf der gegenüberliegenden Seite die Munich Rebels nach Block 117 neben Munich’s Red Pride rückten. Auch das Zaunfahnenbild wurde entsprechend angepasst.
Die Parallele zur aktuellen Entwicklung in Hamburg liegt damit auf der Hand: Auch dort soll der aktive Kern nicht einfach weiter nach oben wachsen, sondern sich stärker über die Breite der Heimkurve verteilen. Zusätzliche Vorsängerpositionen sollen dabei helfen, die angrenzenden Bereiche stärker einzubinden.
Die Dimensionen und örtlichen Voraussetzungen unterscheiden sich, die grundsätzliche Idee ist aber ähnlich: Das Stimmungszentrum wird verbreitert, indem aktive Gruppen bewusst neue Positionen innerhalb der Kurve einnehmen.
Auch Freiburg startet mit verändertem Zaunfahnenbild
Einige hundert Kilometer südlich hat sich ebenfalls einiges getan. In der Fankurve des SC Freiburg präsentiert sich die aktive Fanszene zu Beginn der Saison 2026/27 mit einem veränderten Zaunfahnenbild.

Besonders deutlich wurde das beim internationalen Heimspiel gegen den FC Motherwell am 27. August. Sowohl Corrillo als auch Synthesia Ultras haben den Auftritt auf ihren eigenen Seiten ausführlich mit Bildern dokumentiert.
Eine der auffälligsten Veränderungen betrifft Synthesia Ultras. An der Front hängt nun eine deutlich größere Zaunfahne mit dem Schriftzug „SYNTHESIA ULTRAS 79“ und dem Gruppenlogo im Zentrum.
Die „79“ ist dabei nicht das Gründungsjahr der Gruppe. Synthesia Ultras wurde erst im Sommer 2018 von Personen aus verschiedenen Teilen der Freiburger Ultràszene gegründet. Die Zahl steht für Freiburg beziehungsweise den Freiburger Postleitzahlenbereich und ist inzwischen fester Bestandteil des Gruppenauftritts.
Neben Synthesia bleibt Corrillo mit seiner großen Zaunfahne weiterhin prominent an der Front vertreten. Auch Immer Wieder Freiburg – kurz IWF – gehört weiterhin zum festen Bild der aktiven Freiburger Szene.
Neu im Gesamtbild ist zudem Ekstase Ultras Freiburg. Die noch junge Gruppe ist inzwischen ebenfalls mit eigener Zaunfahne an der Front sichtbar und wird auch in gemeinsamen Veröffentlichungen der Freiburger Fanszene als Teil der Szene aufgeführt. Gerade im Vergleich zu vergangenen Spielzeiten ergibt sich dadurch zum Saisonstart ein sichtbar verändertes Gesamtbild im Mooswaldstadion.
Zwei Kurven im Wandel
Die Ausgangslagen in Hamburg und Freiburg unterscheiden sich.
Beim HSV ist die Veränderung Teil einer bewusst kommunizierten strukturellen Neuordnung. Die Positionen etablierter Gruppen werden verändert, der aktive Kern soll sich stärker in die Breite entwickeln und mit einem zusätzlichen Vorsängerpodest sowie einer angepassten Beschallung soll der Support auf der Nordtribüne weiterentwickelt werden. Gleichzeitig verändert unter anderem die neue Castaways-Fahne das Erscheinungsbild an der Front.
In Freiburg liegt der Schwerpunkt stärker auf dem veränderten Zaunfahnenbild selbst.
Bestehende Gruppen präsentieren sich teilweise mit neuen beziehungsweise veränderten Fahnen, während mit Ekstase Ultras zugleich eine noch junge Gruppe inzwischen sichtbar ihren Platz im Gesamtbild der Kurve gefunden hat.
So startet die Saison 2026/27 sowohl in Hamburg als auch in Freiburg mit einem neuen Bild vor den jeweiligen Heimkurven.




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